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Forum für hermetische Kunst und Kultur & Astrosophische Praxis
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Aktueller Artikel
Es ist Randolf M. Schäfer seit langem ein Anliegen das hermetische Urprinzipienwissen wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Er hat das System der Astrosophischen Symbolkunde begründet und in verschiedenen Buchveröffentlichungen dargelegt. Über zwölf Jahre war er der Herausgeber der Zeitschrift "Einblick".
Randolf Schäfer leitet am eigenen Institut Ausbildungen zum beratenden Astrosophen und gestaltet spezielle Seminare für Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit 23 Jahren berät er in seiner Astrosophischen Praxis in Frankfurt am Main und ist als Autor und Referent auf internationalen Kongressen tätig.
Seine Fähigkeit, aus der Symbolik eines individuellen Lebensverlaufes auf die darin verborgene Botschaft der Seelenkräfte schließen zu können, wendet er erfolgreich in Besprechungen zur Persönlichkeitsentfaltung an.
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Astrologie im Lichte der neuen Zeit - 4. Teil
Im voran gegangenen Beitrag bin ich auf den Wesenskeim des Menschen eingegangen der in einem Geburtsmuster immer am Aszendenten zu finden ist. Will man sich mit dem eigenen Geburtsmuster oder dem anderer Menschen auseinandersetzen um zu verstehen, welche Gesetze in diesen walten, ist es nötig zuerst dem Aszendenten Beachtung zu schenken. Mit dem Wissen um die Grundenergie die in das Leben hineindrängt versteht man, welchen Sinn das Geburtsmuster eines Menschen hat, das auf dem Zusammenspiel zwischen Aszendent und Sonnen-Auftrag beruht.
Der zweite Säule im Geburtsmuster wird von dem jeweiligen Sonnenstand gebildet, den die Sonne bei der Geburt eines Menschen aufwies. Hier finden wir den Geburtsauftrag wieder, den die Seele sich als Weg der Verwirklichung ausgesucht hat. Dem Aszendenten gesellt sich mit dem Sonnen-Thema eine Aufgabenstellung hinzu, die dazu beiträgt, dass ein Wachstumsprozess entsteht. Der Sonnen-Auftrag führt in die zentralen Inhalte hinein, die es zu lernen gilt.
Somit kann man einen großen Teil aller Erfahrungen die der Mensch im Leben macht dergestalt betrachten, dass sie dem großen Werk dienen, den Menschen in die Nähe der zu lernenden Qualität seiner Geburts-Sonne zu führen.
Die Grundstruktur eines Geburtsmusters, die sich aus dem Aszendenten und der Sonnenthematik ergibt kann man als eine Grundspannung beschreiben, die im Leben des Menschen herrscht. Sie gleicht dem zentralen Thema, das sich im Laufe des Lebens immer weiter herauskristallisiert. Natürlich gibt es im Geburtsmuster noch eine ganze Reihe anderer Planeten-Prinzipien, Aspekte und Richtungszusammenhänge, die im Zusammenspiel des Musters aktiv sind. Aber für den ersten Kontakt mit der hermetischen Astrologie ist es gut zuerst die Basis zu betrachten. Die Grundstruktur skizziert den Lebenstenor eines jeden Menschen, aus dem die Grundfragen des Schicksals und des Seins erwachsen.
Die Sonne im Geburtsmuster ist ein ganz wesentlicher Baustein im Muster des Menschen, sie ist jene symbolische Zentralfigur im Horoskop, die als Mittelpunktsthematik betrachtet werden kann. Ihr Stand in den speziellen Tierkreiszeichen beschreibt, welche Thematik sich im Leben des Menschen entfalten möchte. Setzt man die mit dem Sonnenstand verbundenen Themen in Bezug zum Anlagepotential also dem Aszendenten, ergibt sich daraus eine tiefe Sinnhaftigkeit. Der Sonnen-Auftrag ist der zentrale Teil des Geburtsmusters, den der Mensch berufen ist in seinem Leben zu verwirklichen. Er will zum einen, nach außen in allen Handlungen und Aktivitäten verkörpert werden, zum anderen will er mit seinen Themen-Inhalten im Bewusstsein des Menschen integriert werden, da er dem wesentlichen Bestandteil entspricht, der dem Menschen in seiner Bewusstheit fehlt.
Die Geburts-Sonne im Horoskop ist die notwendige Ergänzung zum Aszendenten und lässt deutlich werden, welches Thema auf dem Entfaltungsweg besondere Beachtung erhalten möchte. Auf dem Weg ist sie der Teil, dessen Lern-Inhalte den Schlüssel zum gesamten Geburtsmuster darstellen. Die Umsetzung und die Hinwendung an die entsprechenden Sonnen-Themen erschließen dem Menschen auf dem Weg alle weiteren Bereiche seines Musters die bis zur Verwirklichung der Finalität führen.
Wendet der Mensch sich seinem Sonnen-Thema zu, erweckt er sein gesamtes Muster zum "Leben" - denn auch die Sonne als Zentralgestirn im All ist der Spender jeglicher Lebensenergie. Erhebt der Mensch die mit dem Sonnen-Stand seines Musters verbundenen Lern-Themen zum Mittelpunkt der bewussten Annäherung in seinem Leben, beginnen sich die Lebensverläufe konstruktiv zu gestalten, da er seinem Bewusstsein eine Orientierungsrichtung gibt.
Dies lässt sich auch anhand anderer Ebenen im Sinne des hermetischen Weltbildes ableiten. Alle Modelle, die als lebendiger Organismus bezeichnet werden können, weisen einen Mittelpunkt auf um den alles kreist. Beispielsweise ist in der konkreten Welt die Sonne der Mittelpunkt des Alls, denn um sie kreisen alle Planeten einschließlich dem Mond und die Erde. Sie sendet ihre Strahlen aus, die dazu beitragen, dass sich das im All befindliche Leben entwickeln kann. Genauso ist das Herz der Mittelpunkt und Lebensspender im menschlichen Organismus, es reguliert den Blutkreislauf und erhält damit den Körper am Leben. Die Zelle besitzt einen Kern, der ihr Mittelpunkt und gleichzeitig Träger der Erbanlagen ist, die sich im Laufe des Wachstums ausprägen werden. Das Atommodell besitzt ebenso einen Mittelpunkt um den die Energie kreist. In früheren Kulturen, in denen nicht nur ein funktionales Leben geführt wurde, sondern noch die notwendige Akzeptanz für die Kräfte hinter der physischen Realität bestand, stellten Kultus und Ritus den zentralen Mittelpunkt des Lebens dar. Ihnen galt absolute Priorität vor der alltäglichen Lebensverrichtung. Man dokumentierte dies, indem die Tempel oder später auch die Kirchen immer in den Mittelpunkt einer jeden Ansiedlung errichtet wurden. Man wusste damals, dass jede intensive Hinwendung an eine zentrale Thematik zu einem Wachstumsprozess führt, der dem Leben Kontur verleiht, weil die Hinwendung im Bewusstsein und die dadurch entstehende Resonanz dazu führten, dass die aufbauenden Energien des Kosmos einen gezielten Richtungsverlauf annehmen.
Auf dem persönlichen Individuationsweg des Menschen ist genau jene Sonnen-Thematik der Teil, dem im besonderen Maße die Hinwendung gelten sollte. Das Leben bedient sich verschiedener Möglichkeiten die bis zur Erleidensform reichen um die Aufmerksamkeit zu erzwingen. Mit der Astrosophie ist es möglich, die bewußte Einlösung des Sonnen-Themas zu erkennen und damit einlösen zu können.
Der Sonnen-Auftrag = Lebens-Auftrag
Mit jedem Zeitpunkt innerhalb unserer polaren Welt, verbindet sich eine ganz spezifische Zeit-Qualität, in der bestimmte inhaltliche Themen vorhanden sind. Das gilt für jedes Jahrhundert, jedes Jahrzehnt, jedes Jahr, jeden Monat, sowie für jeden Tag, jede Stunde, Minute und Sekunde.
Diese inhaltlichen Themen sind als geistige Potenzen zu verstehen, die ganz konkret vorhanden sind und in den verschieden Formen und Manifestationen überall in der Welt ihren Ausdruck finden. Vergleichen lässt sich dies damit, dass zu bestimmten Zeitpunkten in der Welt kollektive Stimmungen wahrzunehmen sind, in denen sich Menschen beispielsweise abwesend, aggressiv oder unsicher verhalten. Genauso werden alle Geschehnisse, die sich überall auf der Welt vollziehen, aus den Inhalten der jeweiligen Zeitqualität geboren. Auf einer weniger abstrakten Ebene gleicht das dem sich allgemein verändernden Verhalten von Menschen bei Vollmond. Diese Tatsache findet noch allgemeine Akzeptanz, doch über dieses konkrete nachvollziehbare Geschehen hinaus, gibt es eine Vielzahl an bedeutungsvolleren kosmischen Faktoren die noch wesentlich differenziertere Prozesse entstehen lassen. Was man manchmal zu bestimmten Zeitpunkten sensitiv als Empfindung aufnehmen kann, ist nur ein kleiner Abglanz dessen, was tatsächlich im Äther einer Zeit befindlich ist. Es existieren in jedem Zeitraum sehr komplexe Themeninhalte nach denen sich das Leben gestaltet.
Da aber der Mensch sein Augenmerk hauptsächlich auf die äußerlichen Unterschiede richtet und nicht hinter die Manifestationen schaut, indem er fragt, was sich gerade für Ideen und Kräfte in bestimmten Ereignissen manifestieren, bleibt ihm die Gleichheit von allem Geschehen leider verborgen. Würde man weltliches Geschehen immer auf einen gemeinsamen Prinzipien-Nenner reduzieren, dann ließen sich die mannigfachen Geschehnisse auf eine verhältnismäßig kleine Zahl an unterschiedlichen Grundthemen reduzieren.
Wird ein Mensch zu einem spezifischen Zeitpunkt geboren, wird er gleichzeitig Träger der zu seinem Geburtszeitpunkt vorherrschenden Themeninhalte. Das bedeutet, dass Gleichheiten bestehen zwischen dem Muster des Menschen, seinem Wesen und den zum Geburtszeitpunkt in der Welt befindlichen Themen. Denn Mensch, Welt und Universum sind eins. Nicht die Welt prägt ein Individuum, wie man dies im Sinne eines kausalen Weltbildes annimmt, sondern im Individuum spiegelt sich die ganze Welt wider. Die an den Menschen gebundene Seele nimmt deshalb mit ihrer Inkorporation an einer existierenden Zeitqualität teil, weil die im Geburtsmoment enthaltenen Inhalte in Korrespondenz zum Seelenmuster stehen, welches die Seele im Laufe der Zeit ausprägen möchte. Die bestehende Zeitqualität ermöglicht ihr, die mit diesem Zeitraum verbundenen Erfahrungen zu machen, die sich danach durch ihr ganzes Leben ziehen. Denn was in der Minute der Geburt existent ist, wird sich im gesamten Leben auf den verschiedensten Ebenen immer wieder vollziehen. Erkennt man, dass in der Zeit gleichzeitig Erfahrungen enthalten sind, dann bekommt der Zeitfaktor des Lebens eine ganz andere Bedeutung.
Aus einem solchen Betrachtungswinkel scheint es einleuchtend, dass jede Seele bevor sie aus dem großen Nichts, den kosmischen Ur-Wassern in einen Körper inkarniert, den rechten Zeitpunkt auswählt, der es ihr ermöglicht durch die Bindung an die Raum- und Zeitebene, im irdischen Leben eine Reihe von Erfahrungen zu machen.
Dieses Wissen um die Verkörperung zum rechten Moment in eine bestehende Zeitqualität wurde in allen alten Mysterien-Traditionen gelehrt. Auch wenn diese Sichtweise über das Zustandekommen der menschlichen Existenz nicht dem "rationalen" heutigen Weltbild entspricht, kann jedoch jeder, wenn er möchte, Erfahrungen machen, die ihm diese Betrachtungsweise des Lebens bestätigen. Bereits derjenige, der sich auf eine seriöse Reinkarnationstherapie einlässt, wird diese Überlieferung als eigene Wahrheit erkennen können, wenn er die Lebenswahrnehmung über den Bereich vor und nach seiner Existenz ausdehnt.
Dies verhilft dem Menschen dazu, sich in einer größeren Gesamtheit betrachten zu können, als in dem an die übliche Wahrnehmung gebundenen kleinen Teilausschnitt, den er sonst in seinem Leben hat. Vor einem solchen Hintergrund erhält das Thema der Geburt und die daraus resultierenden Lebensumstände eine ganz andere Bedeutung. Sie lassen sich nicht mehr unter dem Deckmantel von Zufälligkeiten halten, indem man die Geburt, das Menschsein und das Schicksal als Willkür betrachtet, der man ausgeliefert ist. Geht man davon aus, dass jede Seele sich den Auftrag zu inkarnieren selber gibt, um einem höheren Willen zu folgen, der mit dem menschlichen Willen nicht zu vergleichen ist, lässt sich das kausale Weltbild, das überwiegend auf Schuldzuweisungen basiert, nicht mehr in seiner alten Form aufrecht erhalten.
Mit der in einer Zeitqualität befindlichen inhaltlichen Thematik lässt sich der konkrete Auftrag formulieren, der sich aus der Zeitqualität ergibt. Auch wenn sich die Seele diesen Auftrag sozusagen selber gegeben hat, ist es ein verbindlicher Auftrag, der unerbittlich im Verlauf des Lebens seine Erfüllung fordert.
Diese Verbindlichkeit ergibt sich daraus, dass im Moment des Eintritts in die Raum- und Zeitachse gleichfalls die mit ihr verbundenen Gesetzmäßigkeiten zu wirken beginnen. Der Mensch ist in einen Zyklus eingestiegen, der ihn im Laufe des Lebens an ganz bestimmte Erfahrungen heranträgt. Es entsteht eine Korrespondenz, die sich aus dem Bewusstsein des Menschen und der herrschenden Zeitqualität ergibt. In dieser wird er zum Mittelpunkt, er wird vom Leben angesprochen und antwortet durch sein Verhalten. Von nun an spiegelt sich sein ganzes Wesen im Leben wider, wie die Strahlen der Sonne den Mond bescheinen und von ihm reflektiert werden.
Deshalb bezeichnet man das Wesen des Menschen in der hermetischen Philosophie auch als sonnenhaft. Die Sonne symbolisierte in alten Kulturen das Prinzip des Lebens. Die Sonne ist mit der Wärme und der von ihr ausgehenden Strahlung der große Energiespender aller Lebewesen im Universum. Sie ist das Zentralgestirn, um das sich alles dreht und bewegt. Sie ist allgegenwärtig und konstant. Sie teilt das Jahr in unterschiedliche Abschnitte ein, die sich in den verschiedenen Manifestationen der Jahreszeiten widerspiegeln. In ähnlicher Form durchläuft die Sonne in einem Jahr den Tierkreis mit seinen zwölf Tierkreiszeichen, der die Sonnenbahn in zwölf Abschnitte einteilt die einem riesigen ringförmigen Kraftfeld gleichen. Die Sonne "durchscheint" in den zwölf Abschnitten des Jahres die unterschiedlichen Tierkreiszeichen, so dass im Verbund mit dem Sonnenstand analog dazu die entsprechende Tierkreisidee im Äther gegenwärtig ist. Diese könnte man als Leitbilder bezeichnen, da sie alle eine besondere Charakteristik und Typologie besitzen. Aus astrosophischer Sicht kommt es zu einer Korrespondenz zwischen dem Wesen eines Menschen und der im Raum befindlichen Zeitqualität, die zu einem bestimmten Sonnenstand herrscht. In verkürzter Form bezeichnet man beispielsweise die Sonne im Tierkreiszeichen Stier als Stier-Sonne, die Sonne im Tierkreiszeichen Jungfrau als Jungfrau-Sonne oder die Sonne im Tierkreiszeichen Skorpion als Skorpion-Sonne usw.
Die Sonne im Geburtshoroskop symbolisiert den Lebensauftrag, der an den Menschen ergeht, der von der Seele als Ausgleich gewählt wurde.
Mit dem Sonnenstand und dem daraus resultierenden jahreszeitlichen Geschehen eines bestimmten Monats sind in den Naturabläufen gleichzeitig symbolisch inhaltliche Lernthemen verborgen, die für das Bewusstsein des Menschen eine bedeutungsvolle Entsprechung besitzen.
Beispielsweise lässt sich das Jahr Im Grobraster in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter einteilen, welche die Aspekte von Neubeginn, Höhepunkt, Niedergang und Ruhepunkt symbolisieren. Wird ein Mensch in einen spezifischen Abschnitt des Sonnenzyklus hineingeboren, zählt die inhaltliche Qualität des Zeitraumes symbolisch für ihn als anstehende Lernerfahrung. Dies bedeutet, dass der Sonnenstand in einem entsprechenden Tierkreiszeichen als Auftrag angesehen werden kann, der an den jeweiligen Menschen ergeht und den dieser im Laufe seines Leben verinnerlichen sollte. Meist erlebt der Mensch während des Lebens verschiedene Stadien, in denen das Thema seines Geburtsauftrages in den unterschiedlichsten Facettierungen an ihn herangetragen wird.
Im frühen Kindheitsmythos erreicht ihn sein Geburtsauftrag aufgrund kindlicher Unbewusstheit und einem Mangel an Umsetzungsmöglichkeit in der Opferrolle. Ist er ein Stück erwachsener geworden, dann erlebt er mit den vielen Aufforderungen aus dem Lebens- oder Überlebenskampf eine kontinuierliche Ansprache, mit der er in seine Geburtsthematik hineindefiniert wird. Die Anforderungen, die das Leben beispielsweise über den Beruf, die Partnerschaft oder die Familie an ihn heranträgt, führen dazu, dass er sich zwangsläufig ganz bestimmten Lernerfahrungen stellen muss. Die Unausweich-lichkeit und die Intensität seiner mit dem Geburtsauftrag erhaltenen Themen wächst. Ab der Lebensmitte wird das Geburtsthema aufgrund ständiger Umkreisung ein Stück weiter zum eigenen Bestand gemacht und integriert.
Blickt der Mensch am Ende seines Lebens auf die gemachten Erfahrungen zurück, so sind diese in der Fülle der Erlebnisse immer die Konsequenz, die sich aus dem Geburtsmuster ergibt. Mancher Kampf, den man im Laufe des Lebens führte, resultierte aus der Ablehnung bestimmter Lerninhalte. Besonders wenn man den Sinn in den Verläufen des Schicksals nicht zu entdecken vermag, kann das zur Verbitterung führen.
Die Astrosophie ermöglicht Schicksalsverläufe zu durchleuchten, um verstehen zu lernen, warum sich in vielen Lebensbereichen eine immer wiederkehrende Dynamik entfacht. Dazu ist es aber nötig als erstes die Sinnhaftigkeit hinter allem Erlebten zu akzeptieren, um sich auf diese Weise mit dem Schicksalsverlauf auszusöhnen. Aus diesem lässt sich nämlich erkennen, dass das Leben versucht den Menschen in eine bestimmte Richtung zu führen. Somit wird äußeres Geschehen zu einer ausführenden Instanz, die jedes Individuum in eine sinnvolle Richtung hindefiniert.
Die mit dem Sonnenstand verbundenen inhaltlichen Themen kann man als bedingende oder ergänzende Notwendigkeiten zum "mitgebrachten" Anlagen-Potential betrachten. Hier schließt sich der Themenkreis, denn die Sonne zeigt bestimmte Notwendigkeiten an, die der Mensch zu lernen hat.
Daraus lässt sich die Frage ableiten, welches Anlagenpotential erhält welchen speziellen Sonnenauftrag? Was ist der verborgene Sinn, der hinter der Zusammen-stellung vom Aszendenten und dem jeweiligen Sonnenauftrag steht?
Jedes Geburtsmuster weist eine schlüssige zu lernende Notwendigkeit auf, die sich aus dem Zusammenspiel von Aszendent und Sonne ermitteln lässt. Diese gilt es zu erfassen, denn daraus lässt sich erkennen, in welche Erfahrungsbereiche der jeweilige Mensch hineingeschleust wird. Forscht man nach dem tieferen Sinn des menschlichen Geburtsmusters, versteht man die Grundbedürfnisse, sowie die Themen um die der Mensch in seinem Leben ringt. Ebenso vermag man Aussagen darüber zu machen, welcher "Richtung" sich der Betroffene mit seinem Bewusstsein zuwenden sollte.
Ist ein Mensch beispielsweise in seiner Anlage fixiert und unbeweglich, so dass er alles im Leben planen und konzeptionell fixieren möchte, könnte sein Sonnenauftrag ihn beispielsweise in Richtung Beweglichkeit und Flexibilität transportieren. Umgekehrt könnte der allzu bewegliche Native einen Sonnenauftrag erhalten, der ihn in Richtung seriöser Konkretisierung oder in die Passivität einfädeln soll.
Die Kombinationen der Geburtsmuster sind ausgesprochen vielfältig. Deshalb lässt sich aus ihnen kein Dogma von zwingenden Zusammenhängen aufstellen. Man sollte aber auf kreative Art und Weise versuchen zu verstehen, was sich aus der Zusammensetzung der unterschiedlichen Themen für ein Sinn ergibt. Aus den Kombinationen des Geburtsmusters ergeben sich für jeden Menschen spannende Herausforderungen, da ein bestehendes Thema stets eine Erweiterung oder eine Veränderung erhält. Der Aszendent stellt dabei die Basis dar, der sich mit der Geburts-Sonne, quasi als Auftrag, eine neue Richtungsweisung hinzugesellt. Folgt der Mensch dem Auftrag, den er mit seiner Geburtssonne erhalten hat, so geht er eine Verbindung ein, die ihn zu allen Bereichen der Verwandlung und Bewusstwerdung geleiten wird.
Folgt man ihren inhaltlichen Vorgaben, gleicht die Thematik der Geburts-Sonne einem Fahrzeug, welches den Menschen durch die vielen verwandelnden Stationen des Lebens hindurchgeleiten kann. Denn löst man mit Freude und Begeisterung seine Sonnen-Thematik ein, dann erhält die Lebensdynamik einen aufbauenden, kon-struktiven Fluss. Die Sonne im Geburtsmuster wird zum Kraftspender, genau so wie die Sonne im Universum als Zentralgestirn, die Leben spendende Kraft ist. Deshalb sollte jeder für sich selber ergründen und wachsam in das eigene Leben hineinschauen, um herauszufinden ob er seinem Geburts-Auftrag mit Ablehnung begegnet und es aufgrund seiner Abneigung nicht einlöst. Wer sich aufmacht und nach der rechten Einlösung seines Sonnen-Themas strebt, besteigt wie der Sonengott Helios im Mythos den Sonnenwagen, der ihn Stück für Stück in die Bereiche hinein fährt, die vom Menschen aufgesucht werden wollen, damit das Fehlende zur inneren Ganzwerdung beiträgt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Inspiration auf Ihrem Weg der Selbstverwirklichung!
Herzlichst
Randolf M. Schäfer
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